Internationale Studie untersucht über 43.000 Gesundheits-Apps

Mit seiner Studie „Patient Apps for Improved Healthcare“ untersucht das IMS Institute for Healthcare Informatics, wie Gesundheits-Apps, die an Konsumenten gerichtet sind, eine bedeutungsvollere Rolle in der Vermeidung und Therapie von Krankheiten spielen können. Ziel sind verbesserte Gesundheitszahlen und ein effizienteres Gesundheitssystem.

Die Basis für die Studie bildet die Analyse der über 43.000 im US iTunes App Store angebotenen Gesundheits-Apps. Bei näherer Betrachtung boten von dieser riesigen Anzahl Apps nur etwa die Hälfte einen tatsächlichen Nutzen für die Gesundheit.

Großteil der Gesundheits-Apps bedient den Wellness-Sektor und bietet nur einfache Funktionen.

Die Untersuchungen zeigen, dass der Hauptanteil der Gesundheits-Apps dem Wellnessbereich zuzuordnen sind. In der Mehrheit sind dies Diät- und Fitness-Apps. Hier boten 159 Apps die Verbindung zu einem Sensor, weniger als 50 Apps bieten tatsächliches Management der Vitalfunktionen.

In der Mehrheit haben die angebotenen Gesundheits-Apps nur einfache und begrenzte Funktionen, zum Großteil wird wenig mehr als Information angeboten. Die maximal erreichbare Funktionalität hatte den Wert 100. Es zeigte sich, dass mehr als 90 Prozent der untersuchten Apps nur einen Wert von 40 oder weniger erreichen.

Es wird nur ein kleiner Anteil der angebotenen Gesundheits-Apps überhaupt heruntergeladen.

Betrachtet man die Downloadzahlen der Gesundheits-Apps, zeigt sich, dass mehr als 50 Prozent der Apps weniger als 500 mal heruntergeladen werden. Im Gegenzug sind 5 Apps für 15 Prozent aller Downloads in der Gesundheitskategorie verantwortlich. Die Gründe sind vielfältig. Patienten stehen einer verwirrenden Vielfalt von Apps gegenüber, ohne jedoch über Informationen zu deren Qualität bzw. über eine Empfehlung ihres Arztes zu verfügen.

Die Bevölkerungsgruppe mit den höchsten Gesundheitsausgaben ist die Generation 65+, wobei in den USA nur 18 Prozent ein Smartphone nutzen. Ärzte und Kostenträger fordern eindeutige Fakten bezüglich Nutzen, Anwendung und Datensicherheit bevor sie Apps empfehlen.

Untersucht werden auch Geschäftsmodelle für Gesundheits-Apps. Dies kann z.B. aus der Sicht der Pharmahersteller die Erhöhung der Behandlungstreue sein. Patientenorganisationen können mit Apps die Nutzer beim Umgang mit ihrer Krankheit unterstützen.

IMS Studie sieht Potential für Apps im Gesundheitswesen.

Bevor Apps sich zu einem vollwertigen Bestandteil des Gesundheitssystem entwickeln können, sind jedoch laut der Untersuchungen von IMS Health vier Schritte zu gehen:

  1. Kostenträger müssen die Bedeutung von Apps für die Gesundheit erkennen.
  2. Sicherheit und Datenschutz müssen zwischen Anbietern, Patienten und Entwicklern gewährleistet werden.
  3. Eine systematische Einteilung und Bewertung von Apps liefert Ärzten und Patienten eine Entscheidungsgrundlage für den bestimmungsgemäßen Einsatz.
  4. Integration von Apps in andere Aspekte der Patientenbetreuung

Zur Untermauerung dieser Aspekte müssen Daten gewonnen werden, die die positiven Auswirkungen der Nutzung von Apps auf das Verhalten und das gesundheitliche Befinden aufzeigen.

Ein Anreiz für eine solche Entwicklung ist die größer werdende Eigenverantwortung, die Patienten für ihre Gesundheit übernehmen. Patienten müssen als verantwortungsvolle und fähige Partner im Gesundheitswesen betrachtet werden. Ein Schritt in diese Richtung ist das Einbeziehen der Patienten durch Apps. Fitness Apps können einen gesunden Lebensstil fördern, Patienten können durch Apps zu höherer Therapietreue motiviert werden. Resultate könnten entsprechende Einsparungen im Gesundheitssystem sein.

Weitere Informationen zum Thema App-Programmierung finden Sie hier.

Lesen Sie hier, wann eine App ein Medizinprodukt wird.


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